Du bist ja ’ne Marke: Mitarbeiter als Markenbotschafter

In meinem Newsfeed auf Facebook und Instagram gibt es diesen einen Freund: Er ist begeistert von seiner Arbeit und seinem Arbeitgeber und postet mindestens täglich Eindrücke von seinem Arbeitsplatz. Ohne jemals dort gewesen zu sein, kenne ich die Kollegen, kenne die Räumlichkeiten und sogar den Chef. Ich war schon bei Mitarbeiter-Events dabei (am Bildschirm) und weiß sehr viel über seine Arbeit – weil er oft darüber schreibt. Dieser Freund ist ein klassisches Beispiel für einen Markenbotschafter. Denn vor kurzem habe ich mich dabei ertappt, wie ich mich über seinen Arbeitgeber in einem Gespräch positiv geäußert habe – ohne ihn zu kennen. Aber durch die positive Berichterstattung habe ich das Gefühl einen guten Eindruck in die Unternehmenskultur zu haben – und würde diesen Arbeitgeber sogar selbst weiterempfehlen.

Markenbotschafter sind im Personalmarketing nichts Neues.

Viele Unternehmen arbeiten mit Influencern oder berühmten Testimonials, die als Markenbotschafter eingesetzt werden. Zum Beispiel um die Reichweite bestimmter Kampagnen zu erhöhen, oder um durch das reichweitenstarke Testimonial einen Einblick in die Unternehmenskultur zu geben. So hat zum Beispiel die Deutsche Bahn die YouTube-Stars “Die Lochis” eingesetzt, um den Deutsche Bahn Job-Profiler zu promoten. Die Fraport AG dagegen hat den YouTuber Mafuyu hinter die Kulissen des Flughafens blicken lassen – natürlich durfte er diesen Tag per Kamera festhalten und auf diese Weise einen Einblick geben.

Mitarbeiter als Markenbotschafter – authentischer geht’s nicht.

Markenbotschafter Werkstolz Telekom

Mitarbeiter der Telekom posten unter #Werkstolz

Doch egal, wie groß die Reichweite des Influencers oder Testimonials auch sein mag und wie sorgsam sie ausgewählt ist, um die Passung zum Unternehmen zu erhöhen- es bleibt immer eine externe Person. Im schlimmsten Fall wird er oder sie im nächsten Jahr von einem anderen Unternehmen oder Arbeitgeber gebucht. Nicht zuletzt deshalb bildet die Otto Group in einer eigenen Akademie Mitarbeiter zu Markenbotschaftern aus (wir berichteten bereits). Aber es muss ja nicht immer direkt so aufwendig sein – unter dem Hashtag #wofüraldidafür erzählen zum Beispiel Mitarbeiter von ALDI Süd, warum sie jeden Morgen aufstehen und was sie an ihrem Arbeitgeber schätzen. Mitarbeiter der Telekom tun dasselbe unter den Hashtags #Werkstolz und #MeinMagenta.

Unterschätze niemals das persönliche Netzwerk deiner Mitarbeiter!

Natürlich haben YouTube-Stars wie Die Lochis oder Mafuyu eine viel größere Reichweite und erreichen mit ihren Beiträgen eine viel größere Masse. Aber ist die Reichweite wirklich alles, was zählt? Oder möchtest du nicht viel eher diejenigen Kandidaten ansprechen, die sich eventuell für dein Unternehmen als Arbeitgeber interessieren? Und das sind die Freunde deiner Mitarbeiter, ihre Familienmitglieder, ihre Nachbarn und Bekannten aus dem Sportverein. Das persönliche Netzwerk deiner Mitarbeiter ist viel wichtiger für dich, als eine große und anonyme Reichweite eines YouTubers.

Markenbotschafter sein kann man lernen – wie man Mitarbeiter motiviert.

“Aber wie motiviert man Mitarbeiter dazu, dass Sie zum Beispiel in sozialen Netzwerken über mich als Arbeitgeber sprechen?” werden wir oft gefragt. Natürlich kann man hier im Rahmen einer Kampagne arbeiten – wie es ALDI mit der Kampagne #wofürALDIdafür tut. Wichtig ist dabei allerdings, dass dem Mitarbeiter niemals Worte in den Mund gelegt werden und er frei entscheiden kann, wie und wo er sich äußert. Natürlich kann auch mit einer Incentivierung gearbeitet werden oder einem kleinen internen Wettbewerb, um die Motivation zu steigern.

Aber viel ehrlicher ist es doch, wenn Mitarbeiter ohne Aufforderung über ihren Arbeitgeber sprechen. Und damit das passiert, bedarf es manchmal (nur) dem Vorbild der Vorgesetzten. Wie kann das aussehen?

  • Wie ein CEO zum Beispiel, der auf Twitter oder LinkedIn von strategischen (Neu-)Entscheidungen berichtet und auf diese Weise auch den Mitarbeitern des Unternehmens Einblick in die Ausrichtung und Entwicklung des Unternehmens gibt.
  • Oder wie ein Teamleiter, der stolz von den Projekten seiner Mitarbeiter berichtet und ihnen damit das Gefühl gibt, gesehen zu werden.
  • Vielleicht aber auch wie ein Mitarbeiter der HR, der sich dafür einsetzt, dass neue Mitarbeiter in sozialen Netzwerken oder im Intranet vorgestellt und damit wertgeschätzt werden.

All das wird dazu führen, dass Mitarbeiter sich emotional stärker mit ihrem Arbeitgeber verbunden fühlen.

Deine Mitarbeiter reden schon über deinen Betrieb – finde heraus, wo!

Mit Sicherheit tun deine Mitarbeiter das schon – über deinen Betrieb reden. Hast du schon einmal versucht, den Namen deines Betriebes / Unternehmens als Hashtag bei Twitter, Instagram oder Facebook zu suchen? Hier kannst du die ein oder andere Überraschung erleben – vielleicht gibt es ja bereits Teams, die ihren Arbeitsalltag teilen? Finde es heraus!

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