Markenbotschafter sind eine Frage der Unternehmenskultur

“Wie kriegt man Mitarbeiter*innen dazu, in ihrem privaten Netzwerk über den Arbeitgeber zu reden? Und dann auch noch positiv?” Diese Frage hören wir häufig – zuletzt während unserer Workshop Tage zum Thema Social Media im Personalmarketing im Rahmen der Weiterbildung zum HR Communications Manager der DAPR. Mitarbeiter*innen als Markenbotschafter im Personalmarketing zu nutzen, ist mittlerweile kein Geheimtipp mehr. Auch über die Vorteile dieser internen Markenbotschafter müssen wir nicht mehr diskutieren: Kein Testimonial ist so authentisch, ehrlich und glaubwürdig, wie ein Mitarbeiter*in, der am besten auch noch aus eigener Motivation heraus über den Arbeitgeber und seinen Job berichtet.

Die große Frage ist allerdings immer noch das “Wie”?

  • Wie kann ich interne Mitarbeiter*innen identifizieren?
  • Wie kann ich meine Mitarbeiter*innen motivieren, über mein Unternehmen zu sprechen?
  • Wie kann ich Mitarbeiter*innen als Markenbotschafter strategisch im Personalmarketing-Mix einbetten?
  • Welche Grenzen und Regeln muss es geben? Oder muss es die überhaupt geben?

All diesen Fragen liegt eine Sache zu Grunde: Die Unternehmenskultur. Denn ohne die richtige Unternehmenskultur, haben Mitarbeiter*innen keine Botschaft, die sie verbreiten können und vor allem keine Identifikation mit dem Arbeitgeber. Fühlt sich ein Mitarbeiter*in an seinem Arbeitsplatz nicht wohl, hat er an dem, was er tut, keine Freude, wird er den in den meisten Fällen nicht aktiv zum Thema seiner privaten Kommunikation machen.

Unternehmenskultur ist der Schlüssel für gutes Personalmarketing

Vielleicht kennst Du die Geschichte mit dem Titel “Who spilled the Coffee? (Wer hat den Kaffee verschüttet?)” Kurz Zusammengefasst: Wenn Du einen Becher mit Kaffee in der Hand hältst und Dich jemand angerempelt hat, sodass du den Kaffee auf Deinem T-shirt verschüttest – was ist dann der Grund dafür, dass Du Kaffee auf dem T-Shirt hast? Der Mensch, der Dich angerempelt hat? Falsch – denn der Grund dafür, dass Du Kaffee auf Deinem T-Shirt verschüttet hast, bist Du selbst. Schließlich hast Du Dich dafür entschieden, dass sich in Deinem Becher Kaffee befindet. Es hätte ja auch Tee darin sein können. Genauso verhält es sich auf mit den Markenbotschaftern im Personalmarketing: Das, was der Mitarbeiter*in in sich trägt, die Gefühle, die er mit seinem Arbeitgeber verbindet, ist auch das, was er nach außen tragen – quasi “verschütten” wrd.

Genau deswegen ist die Unternehmenskultur so ein wichtiges Element im Personalmarketing. Denn Du kannst so viele Maßnahmen planen und auf so vielen Kanälen aktiv sein, wie Du möchtest – wenn die Unternehmenskultur nicht gut ist und / oder Deine Mitarbeiter*innen damit nicht zufrieden sind, wird sich genau das auch immer wieder nach außen tragen und Dein Personalmarketing unauthentisch wirken lassen.

Markenbotschafter funktionieren nicht ohne Botschaft

Genau das ist es, was Du Deinen Mitarbeiter*innen mitgeben musst: Eine Botschaft. Denn ohne diese haben sie nichts, worüber sie reden können. Dabei geht es nicht zwingend darum, dass Werte formuliert und auf schönen Plakaten im Unternehmen ausgehangen werden. Es geht darum, wie das Miteinander, die Feedbackkultur im Unternehmen gelebt werden. Ist beispielsweise die Feedbackkultur in Deinem Unternehmen so ausgeprägt, dass Lob offen ausgesprochen wird und Erfolge gemeinsam gefeiert werden, dann lernen Deine Mitarbeiter*innen damit automatisch, wie schön es sein kann, sich gegenseitig für Erfolge zu feiern und zu motivieren. Und genau das wird sich dann auch nach außen tragen.

Ein schönes aktuelles Beispiel dafür verdanke ich einer Kollegin, die sich vor Kurzem auf LinkedIn über unsere Zusammenarbeit geäußert hat. Was daran so besonders schön ist ist nicht, dass sie sich positiv über unsere Zusammenarbeit äußert. Sondern die Tatsache, dass anhand dieses Posts andere Menschen sehen können, dass hier ein Mitarbeiter*in mit seinem Job und Arbeitgeber zufrieden ist. Und ein besseres Testimonial kann man sich nicht wünschen oder kaufen, oder?

Markenbotschafter

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.