Warum Employer Branding Chefsache ist

„Personalmarketing oder Employer Branding, wie man ja neuerdings sagt,….“, wie oft habe ich in den letzten Jahren diesen Halbsatz gehört. Und jedes Mal stellten sich mir dabei die Nackenhaare auf. Nur weil Personalmarketing oftmals sichtbarer ist, ist es keinesfalls mit Employer Branding gleichzusetzen. So ist Employer Branding doch so viel mehr.

Aber wo genau liegt der Unterschied? Employer Branding ist, wie der Name schon sagt, das Führen einer Arbeitgebermarke. Es beginnt nicht mit einer Kampagne oder endet mit dieser. Employer Branding bedeutet, das kontinuierliche Arbeiten an dem Image des Arbeitgebers. Es bedeutet, dass dieser seine Herausforderungen bewältigt und auch seine Stärken stärkt. Und auch, dass Aspekte, die Unzufriedenheit hervorrufen abgestellt werden. Und Personalmarketing macht eben diese Stärken und diese Unternehmenskultur sichtbar. Es versteht sich von selbst das Personalmarketing nur sichtbar machen kann, was auch tatsächlich da ist.

Employer Branding in der Unternehmensstrategie

Ein gutes Employer Branding kreiert und führt eine starke Arbeitgebermarke. Somit wird schnell klar, dass Employer Branding in der Unternehmensstrategie verankert sein muss. Ein Employer Brand Manager kann relativ wenig bewirken, wenn die Unternehmensleitung nicht hinter ihm steht.

Ein Beispiel: Ein Unternehmen will als besonders familienfreundlich wahrgenommen werden. Da kann der Employer Brand Manager jedoch noch so viele Bemühungen anstellen, wenn die Unternehmensleitung nicht das gleiche Ziel verfolgt. Im Gegenteil der Schaden kann unermesslich sein, wenn Kampagnen etwas versprechen, dass das Unternehmen nicht halten kann. Sie verwirren nicht nur Bewerber*innen sondern auch Ihre eigenen Mitarbeiter*innen, die sich mit ihren Kampagnen nicht identifizieren können.

Mitarbeiter*innen sind unser höchstes Gut

Jeder kennt sie, die Webseiten und Stellenanzeigen mit den Floskeln, wie „Sie sind unser höchstes Gut werben“. Und doch sollte dies die absolute Wahrheit sein. Eine Unternehmensleitung muss beispielsweise wissen, wie hoch die Fluktuation ist. Was sind die wahren Gründe, warum Mitarbeiter*innen das Unternehmen verlassen? Ein guter Employer Brand Manager kennt diese Gründe und macht sie gegenüber der Unternehmensleitung immer wieder transparent. Denn das Arbeiten an diesen Herausforderungen bedeutet Arbeit an ihrer Arbeitgebermarke und das schaffst du wieder nur mit Rückendeckung der Unternehmensleitung.

Recruiting mach mal!

Auch hat sicherlich jeder Abteilungen und Bereiche in denen besonders viel gesucht wird. Sei es durch Expansion, strategischer Neuausrichtung, hoher Fluktuation oder, oder,  oder. Aber auch hier ist Employer Branding Chefsache! Und das bedeutet nicht: “Recruiting mach mal und beschaffe uns Bewerber*innen.” Das bedeutet, dass du als Chef aktiv werden musst. Warum gehen deine Leute? Arbeitest du sie richtig ein? Bekommen sie, was sie brauchen, um ihren Job richtig erfüllen zu können? Wie laufen die Vorstellungsgespräche? Lässt du die Bewerber*innen zappeln oder bemühst du dich auch um diese? Aktivierst du deine eigene Mannschaft bei der Suche nach neuen Kolleg*innen zu unterstützen? Employer Branding bedeutet schließlich nicht, das Beschaffen von Bewerbungen, sondern auch das Abbilden eines konsistenten Auswahl- und Onboarding-Prozesses.

Fürs Employer Branding hat die Geschäftsleitung keine Zeit

…das macht HR. Ernsthaft? Um was sonst sollte sich eine Unternehmensleitung kümmern, wenn nicht um die Zufriedenheit der Mitarbeiter*innen. Denn diese tragen das Unternehmen. Eine schöne Metapher dazu kennst du vielleicht vom  von dem Management Trainer und Beststeller Autor Stephen Covey:

Ein Mann geht im Wald spazieren. Nach einer Weile sieht er einen Holzfäller, der intensiv und sehr angestrengt einen Baumstamm zu zersägen. Er stöhnt und schwitzt und hat offensichtlich viel Mühe mit seiner Arbeit.
Der Spaziergänger tritt etwas näher heran, und erkennt schnell die Ursache und sagt zum Holzfäller: „Guten Tag. Ich sehe, dass Sie sich Ihre Arbeit unnötig schwer machen. Ihre Säge ist stumpf – warum schärfen Sie sie nicht?“
Der Holzfäller schaute nicht einmal hoch, sondern zischte nur durch die Zähne: „Ich habe keine Zeit, die Säge zu schärfen. Ich muss sägen!“

Stephen Covey

Erfolgreiches Employer Branding macht auch vor keiner Grenze halt. Es geht nicht nur HR etwas an, sondern alle Mitarbeiter und insbesondere die Chefs!

Einen guten Einblick in die Abgrenzung zwischen den Begriffen „Recruiting“, „Personalmarketing“ und „Employer Branding“ gibt Martin Camphausen im Fachmagazin KU Gesundheitsmanagement.

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