Wenn Mitarbeiter privat über den Job posten…wie passt das zusammen?

Das Jahr hat mit uns mit einem besonderen Termin begonnen. Deutschlandfunk Nova hat Team HR zum Interview – unserem ersten Radio Interview – eingeladen. Das Thema war „Job und Instagram – verträgt sich das?“. Inspiration genug für diesen Blog Artikel.

Immer mehr Menschen posten Bilder aus ihrem Arbeitsalltag in ihren privaten Profilen. Oft steckt dahinter der Stolz auf das, was man jeden Tag tut und Identifikation mit Job und Arbeitgeber. Dennoch gibt es Arbeitgeber, die dies verbieten, bzw. sich davon distanzieren. Das genaue Gegenteil machen Arbeitgeber wie Otto (wir haben berichtet), die dies sogar fördern und die eigenen Mitarbeiter zu Mikroinfluencern / Markenbotschaftern ausbilden.

Chancen und Sorgen von Arbeitgebern

In diesem Beitrag wollen wir die Sorgen und Chancen der Verwendung von Instagram diskutieren, wenn Mitarbeiter beginnen Fotos und Beiträge über deren tägliche Arbeit zu veröffentlichen. Und wir möchten Anregungen zum Umgang mit Instagram auf privaten Mitarbeiter Kanälen geben.

Die Angst vor dem was unkontrolliert in sozialen Medien gepostet werden könnte, ist bei einigen Unternehmen groß. Hier gibt es durchaus nachvollziehbare Begründungen. So müssen beispielsweise Betriebsgeheimnisse geschützt werden. Natürlich wäre es schwerwiegend, wenn Mitarbeiter Bilder neuer Entwicklungen, sensibler Daten oder seit Generationen gehüteter (Erfolgs-)Rezepte auf ihren Kanälen posten. Schnell können diese Informationen dann bei den Mitbewerbern landen. Aber auch die Sorge, dass Bilder von feuchtfröhlichen Weihnachtsfeiern oder kramigen Ecken das Image der Firma beschmutzen könnten, ist da. Was machen aber nun Firmen anders, die davor scheinbar keine Angst haben? Gibt es dort keine Fehler oder Geheimnisse?

Betriebsgeheimnisse schützen und MitarbeiterInnen sensibilisieren

Der Unterschied liegt darin, dass die Firmen, die den Umgang mit sozialen Medien proaktiv fördern, ihre Mitarbeiter sensibilisieren. Die Möglichkeiten hier sind unterschiedlich:

  • Social Media Guidelines: Entwickle in deinem Unternehmen Social Media Guidelines. In den Social Media Guidelines kannst du ein verantwortungsvolle Umgang mit sozialen Medien aufzeigen und den Mitarbeitern Handlungssicherheit geben. Darin kann beispielsweise so etwas stehen wie: “Geben Sie keine Zusagen oder Versprechen im Namen des Unternehmens ab”oder “Meiden Sie sensible Themen wie Politik oder Religion”.
  • Schulungen: Schule deine Mitarbeiter im Umgang mit sozialen Medien. Auch hier lassen sich die Social Media Guidelines nutzen. Zeige auf, welche Wirkungsweise diese haben und welche Reichweiten unbedarfte Posts erzielen können. Tue dies aber ohne Angst davor zu machen, sondern zeige viel mehr, was dem Unternehmen hilft. Denn neue gute Kollegen unterstützen alle! Und übrigens: wir unterstützen bei solchen Schulungen 😉
  • Entwickle einen Notfall Plan: Was ist, wenn doch mal etwas schief geht? Setze ein Monitoring auf, so dass frühzeitig Informationen bei dir landen, wenn online über dein Unternehmen gesprochen wird. Definiere vorher, wer wen informiert und wer berechtigt ist, sich in eine mögliche Diskussion einzumischen. Dies stellt sicher, dass du schnell handlungsfähig bist und sich keiner in einer Unsicherheit verliert.

Bedenke immer, dass es keinen Sinn macht, sich vor der neuen digitalen Welt zu „verstecken“. Denn auch, wenn deine Geschäftsführung entscheidet, dass es beispielsweise keinen HR Auftritt in sozialen Medien gibt, bedeutet das nicht, dass deine Zielgruppe und deine Mitarbeiter nicht schon längst dort sind und dort über dein Unternehmen reden.

Glaubwürdigkeit erhöhen

Und da muss man zunächst erst mal keine Angst vor haben. Denn Mitarbeiter, die über dein Unternehmen berichten, sind eine geniale Voraussetzung für eine Employee Advocacy Strategie. Employee Advocacy ist einer der Content Trends, die in 2019 wichtig werden. Gemeint ist die Verteilung von Unternehmens-Content – also Pressemitteilungen, News oder Event-Links – über Mitarbeiter. Die Glaubwürdigkeit von News, die über private Profile geteilt werden, ist deutlich höher als auf den Unternehmensseiten selbst. Unternehmen wie Siemens setzen bereits darauf und streuen ihre Inhalte über ihre Mitarbeiter.

Unser Interview findest du hier im Podcasts. Dort hörst du auch, was Mitarbeiter dazu sagen, die gerne vom Job posten und was es für Arbeitsrechtliche Hinweise gibt. Viel Spaß beim Reinhören.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.