Nervt der Hund? Und Chancen im Recruiting! – Ein Corona Update

Mittlerweile ist die neue (Arbeits- und Leben)situation schon fast zur Routine geworden und Stück für Stück geht es zurück in eine (neue) Normalität. Grund genug für eine neue Team HR Podcast-Folge, bei der wir Aussagen, die zu Beginn der Krise getroffen wurden, für uns ganz persönlich überprüft und ein Resümee in Bezug auf Chancen im Recruiting gezogen haben.

Nervt der Hund im Homeoffice?

Am Anfang der Krise haben wir plötzlich unsere Kollegen ganz anders kennengelernt. Haben durch Hintergrundgeräusche erfahren, wer an der Hauptverkehrsstraße wohnt, wer bellende Haustiere hat, wessen Kinder wie alt sind, wie sie heißen und auch sonst noch so einiges, was unerwartet und plötzlich die Aufmerksamkeit einer Telefonkonferenz auf sich ziehen konnte. Und auch wenn Homeoffice keine neue Erfindung ist, haben sich die Rahmenbedingungen geändert. Denn plötzlich sitzt man nicht nur alleine im arbeitend zu Hause, sondern auch der Partner ist da und das Kind, das sonst in Betreuung ist. 

Und wir haben gelernt, dass es ok ist, wenn man einmal unterbrochen wird. Wir waren gerührt, wenn das Kind der Kollegen in der Videokonferenz kurz ins Zimmer stürmt und dem Kollegen einen Kuss gibt. Haben gelacht, wenn der Paketbote klingelte und der Kollege peinlich berührt aufstand – weil er statt der üblichen Jeans eine Jogging-Shorts trug. Wir hatten Verständnis für den gelangweilten Nachwuchs und es war ok, wenn beim Erläutern der monatlichen Zahlen der Hund auf dem Schoß saß. Aber ist es das noch? Oder stellt sich langsam eine Sättigung ein und es wird langsam ein wenig zu viel Einblick in die Privatsphäre? Im aktuellen Podcast hört ihr unsere zwei Perspektiven dazu. Aber – Hand aufs Herz – wie ist es für Dich, wenn in der Telko mit dem Kollegen regelmäßig der Paketbote klingelt? Ein Paket ist ja schnell angenommen, oder nicht?

Wir freuen uns dazu über Dein Statement unten in den Kommentaren!

Neue Normalität in der Arbeitswelt: Chancen im Recruiting!

Wir haben aber noch so viel mehr gelernt. Beispielsweise: Wer seinen Radius vergrößert, der findet. Das weiß jeder Arbeitgeber und doch tut man es im Recruiting selten. Warum? Weil – auf Arbeitgeberseite – nicht jeder bereit ist für einen langen Arbeitsweg und noch weniger Menschen sind bereit für den Arbeitgeber umzuziehen. Und auf Arbeitnehmerseite gab es bislang immernoch Vorbehalte dagegen, Teams aufzubauen, die verteilt in verschiedenen Städten oder sogar Ländern sitzen. Die neue Situation zeigt uns aber doch, wie viel tatsächlich remote möglich ist. Klar entfällt der gemeinsame Gang mit Kollegen zur Kaffeemaschine, wo man nebenbei ein Thema bespricht, sich austauscht und Parallelen feststellt. Das ist wichtig und wertvoll. Aber haben wir nun nicht auch die Erfahrung gemacht, dass das auch virtuell möglich ist? So haben viele Unternehmen zum Beispiel die “virtuelle Kaffeemaschine” ins Leben gerufen – ein virtueller Meetingraum, der immer online ist und in dem man sich auf einen Kaffee treffen kann.

Klar kann ein dauerhaftes Homeoffice sehr anstrengend sein. Aber es gibt auch diesen Weg in der Mitte. Unternehmen, die nun für sich die richtigen Schlüsse ziehen, können also neue Chancen im Recruiting finden, ihren Kandidatenpool erweitern und vielleicht so neue Talente finden. Denn wir denken: Wenn wir es jetzt schaffen all das, was gut läuft, beizubehalten – dann sind wir in dieser Krise ein sehr gutes Stück in die richtige Richtung gewachsen.

Und so ist es spannend zu beobachten, was alles Schritt für Schritt digitalisiert wird. Und auch im Recruiting, wo viele Unternehmen schon lange auf Online-Bewerbungen setzen, werden nun zwangsweise Interviews per Skype geführt. Oder noch viel spannender: Messen digitalisiert.

Best Case #lidlsagmal

Ein schönes Beispiel ist dabei LIDL. LIDL hat mit #lidlsagmal eine digitale Sprechstunde eingeführt, um weiterhin Kandidaten die Möglichkeit zu geben, sich über Perspektiven bei LIDL zu informieren. Denn schließlich kann man die Augen nicht vor der Zeit “nach der Krise” verschließen. Und diese Zeit wird es geben. Und dann werden wieder verstärkt Stellen besetzt werden müssen – wieso also nicht jetzt die Zeit nutzen und den Kandidatenpool, der Interesse hat, informieren?

Überhaupt war der Einzelhandel in der Krise sehr kreativ – das haben wir schon mal zusammengefasst.

All das war natürlich schon vorher möglich und doch haben wir alle den Anstoß gebraucht, der uns auf die Idee gebracht hat. Was lief für Dich gut? Und welche neue Routine tauschst du gern wieder gegen eine alte Routine ein?

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