Mit Employer Branding in Krisenzeiten die Mitarbeiter stärken

Als Kind war ich sehr schüchtern und leise. Meine Eltern erzählen mir gerne, dass ich mit meinem kleinen “Piepsstimmchen” von der Rutsche auf dem Spielplatz nach Hilfe rief, während hinter mir 10 Kinder ungeduldig warteten. Ich habe mich nicht getraut zu rutschen. Damals war ich 3 Jahre alt. Dann wurde ich krank. Nicht Erkältungs-krank, sondern richtig krank. Krankenhaus-krank. Ein Jahr lang habe ich im Krankenhaus verbracht und gemeinsam mit Ärzten, Pflegern und viel Medizin um mein Leben gekämpft. Erfolgreich. Doch danach war ich nicht mehr dieselbe. Ich war laut. Ich war stark. Und mutig. Viele Menschen haben mir beigestanden in dieser Zeit, mich an die Hand genommen, mir Dinge erklärt und mir geholfen diesen schwierigen – und für Kinder unverständlichen – Weg zu gehen. Natürlich hätte ich mir selbst gerne diese Zeit erspart, ebenso wie allen Menschen um mich herum – allen voran meinen Eltern. Aber was passiert, kann man oft nicht ändern  und so sehe ich heute gerne die positiven Dinge, die aus dieser Krise entstanden sind. Harte Überleitung: Ich glaube, dass genau so wie ich als kleines Kind damals gestärkt und mutig aus dieser Krise herauskam, werden auch viele Arbeitgeber aus der aktuellen Coronavirus-Krise gestärkt und ermutigt herausgehen. Eine gewagte These? Vielleicht. Ich möchte gerne diesen Beitrag nutzen, um zu erläutern warum ich denke, dass Employer Branding in Krisenzeiten wie dieser auch eine Chance sein kann

Jetzt oder nie: Mitarbeitern zeigen, dass sie gesehen werden

Ich erspare mir an dieser Stelle die Zeilen darum, dass Mitarbeiter der Motor Deines Betriebes sind – und so weiter. Ich setze mal voraus, dass wir das mittlerweile alle kapiert haben. Aber: Zeigst Du das Deinen Mitarbeitern auch aktiv? Gerade in einer Situation wie aktuell, die noch nie dagewesen ist und auf die kaum ein Arbeitgeber vorbereitet war, brauchen Deine Mitarbeiter das Gefühl, dass sie an die Hand genommen werden. Auch, wenn Du und Dein Betrieb für viele Probleme (z.B. fehlende Homeoffice-Ausstattungen, etc.) noch keine Lösung haben – beziehe Deine Mitarbeiter mit ein und signalisiere ihnen, dass Du ihre Herausforderungen und Bedürfnisse siehst. Gerade jetzt werden sich die Augen Deiner Kollegen und Mitarbeiter auf den Betrieb lenken und gerade jetzt kannst Du dazu beitragen, dass sie sich nachhaltig an Dein Unternehmen binden. Und zwar indem Du sie gerade jetzt bestmöglich unterstützt. 

Employer Branding in Krisenzeiten heißt: Brücken bauen

Vor allem handwerkliche Betriebe und Unternehmen, die stark auf die Produktion und den Einzelhandel ausgelegt sind, stehen derzeit vor der Kurzarbeit. Aber auch die Gastronomie ist davon betroffen – wie beispielsweise die Systemgastronomiekette McDonalds. Um ihre Mitarbeiter vor der Kurzarbeit zu beschützen, hat McDonalds nun eine Zusammenarbeit mit ALDI Süd gestartet. Heißt: Mitarbeiter von McDonalds werden an ALDI Süd als Aushilfen “ausgeliehen” und entgehen auf dieser Weise der Kurzarbeit. ALDI Süd gewinnt auf diese Weise aktuell sehr nötige Aushilfe.

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Weitere Beispiele für Unternehmen, welche die aktuelle Situation um Corona nutzen und kreative Lösungen finden, findest Du in unserer aktuellen Podcast-Folge:

Wenn Employer Branding in Krisenzeiten die Unternehmenskultur aufdeckt

Es gibt aber auch Beispiele von Unternehmen, in denen die aktuelle Krisenzeit den wahren Kern der Unternehmenskultur aufdeckt. Unternehmen, die in Zeiten vor Corona das “Homeoffice” bereits eingesetzt haben – sogar als Argument im eigenen Arbeitgeberauftritt nutzten. “Bei uns kannst du flexibel und von überall aus arbeiten” – liest man ja gerade bei jüngeren Unternehmen immer häufiger. Aber jetzt mal ehrlich: Kann damit wirklich schon jeder umgehen? “Stay productive”, “Stay effective”, “Wie man das Arbeiten im Homeoffice produktiver gestaltet” – die sozialen Netzwerke sind voll von Whitepapers, eBooks und Videos zum Arbeiten im Homeoffice. Allerdings sind viele Betriebe – auf die vermeintlich hippen und digitalen – damit noch überfordert: Wie organisiert man ein Team remote? Wie stellt man sicher, dass die Mitarbeiter auch tatsächlich ihren Aufgaben nachgehen? Das alles sind Fragen, die sicherlich viele Führungskräfte im Kopf haben und daher finden auch all die Web-Angebote mit Tipps dazu gerade sehr gut an. Das ist natürlich wichtig – aber oft fehlt uns bei all dem etwas: Der Fokus auf die Mitarbeiter, die jetzt auch in einer völlig neuen Situation am heimischen Schreibtisch sitzen, eventuell gar keinen richtigen Arbeitsplatz haben, sich neben der Arbeit auch um Haushalt und Familie kümmern und eventuell gar nicht wissen, wo ihnen der Kopf steht. Vergiss sie nicht! Gerade jetzt solle die HR-Abteilung ganz nah dran sein an den Mitarbeitern Deines Betriebes.

Mehr zum Thema Employer Branding in Krisenzeiten und um die aktuelle Lage durch COVID-19 hörst Du in unserer Podcast-Folge zum Thema.

Employer Branding in Krisenzeiten
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2 thoughts on “Mit Employer Branding in Krisenzeiten die Mitarbeiter stärken”

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