Social Media im Personalmarketing: Wer netzwerkt, gewinnt!

Social Media im Personalmarketing ist längst keine Neuheit mehr. Ich erinnere mich an die Zeit, in der ich bei REWE als Social Media Manager für die Social Media Karriereseiten zuständig war und wir die Karriereseiten anderer Unternehmen noch fast an zwei Händen abzählen konnten. Damals wusste ich genau, wer wo aktiv ist und wer gerade welche Aktion gestartet hat. Heute habe ich da längst den großen Überblick verloren – so viele Unternehmen haben die sozialen Netzwerke zur Kandidaten-Ansprache mittlerweile für sich entdeckt. Die Personalmarketing Studie 2018 von Henner Knabenreich ergab: Nur fünf Prozent der befragten Unternehmen nutzen Social Media (noch) nicht. Das ist auf der einen Seite klasse. Denn es bedeutet, dass Unternehmen zu verstehen beginnen, wie neue Generationen ticken und wie diese kommunizieren. Auf der anderen Seite bedeutet es auch, dass es immer schwerer wird aufzufallen und mit seinen Inhalten auf den einzelnen Netzwerken aufzufallen.

Social Media im Personalmarketing erfordert Kreativität.

Um auf Facebook, Instagram, Twitter & Co aufzufallen, muss man heute mehr denn je kreativ sein. Und man muss verstehen, wie diese Netzwerke funktionieren. Sie heißen ja nicht umsonst: Netzwerke. Ich glaube, das ist ein Punkt, der oft vergessen wird. Oft heißt es: “Wir sind auf diversen sozialen Netzwerken vertreten, aber wir bekommen viel zu wenig Likes und Kommentare. Das bringt uns nichts.” Ja, das kann gut sein – wer das Potential sozialer Kanäle nicht kennt und nicht richtig nutzt, bekommt auch wenig zurück. Damit meine ich konkret: Soziale Medien heißen deswegen “soziale” Medien, weil da sind, um dort mit anderen sozialen Kontakten zu kommunizieren. Und das bedeutet, dass eine Social Media Strategie, die einseitig ist, weil sie lediglich Inhalte verteilt, leider zum scheitern verurteilt ist.

Genau wie im echten Leben, muss man auch online sein Netzwerk pflegen, damit man davon profitieren kann. Und in den sozialen Netzwerken ist das sogar noch einfacher, als im Alltag – mit einer einzigen Verlinkung kann man auf Facebook, Twitter oder LinkedIn ganz einfach andere Kontakte ansprechen und auf das eigene Angebot / die eigenen Inhalte aufmerksam machen. Die Regel “Ich vernetze mich nur mit den Kontakten, die ich auch wirklich kenne” ist längst aufgehoben. Social Media hat keine Barrieren, deswegen ist das Marketing hier ja so interessant. Ich kann mich ganz einfach mit spannenden Kontakten vernetzen – direkt von meinem Smartphone aus, egal wo ich bin. Und das besonders Tolle daran ist: Wenn ich das Netzwerk, das ich habe, clever einsetze, generiere ich damit wertvolle zusätzliche Reichweite.

Nutzt man das eigene Netzwerk clever, gewinnt man kostenlose Reichweite.

Ein besonders schönes Beispiel dafür, wie die Vernetzung in Social Media für das Personalmarketing und Recruiting eingesetzt werden kann, liefert aktuell die Metzgerei Krammer aus Pfaffenhofen. Dort werden Metzgermeister und Metzgergesellen gesucht und natürlich wird auch die eigene Facebookseite genutzt, um das zu kommunizieren. Das Besondere: Die Metzgerei Krammer postet nicht einfach nur ein Stellenangebot – sie nutzt ihr Netzwerk kreativ, indem sie im Postingtext den Inhaber der Metzgerei Hack aus Freising aktiv anspricht und ihm eine Anstellung anbietet.

Vermutlich rechnet(e) bei der Metzgerei Krammer niemand damit, dass das Jobangebot angenommen wird. Warum dann also diese Art der – etwas provokativen – Ansprache? Weil hier verstanden wurde, dass auf diese Weise Aufmerksamkeit erregt wird. Die Metzgerei Hack ist in den letzten Jahren durch kreatives und lustiges Social Media (Personal-)Marketing aufgefallen und hat ein größeres Netzwerk, als die Kollegen aus Pfaffenhofen. Durch die Verlinkung, werden nun auch Fans der Metzgerei Hack aufmerksam – und das ganz ohne den Einsatz von Werbegeld. Gleichzeitig reagiert auch der angesprochene Inhaber, Steffen Schütze, amüsiert auf den Aufruf und teilt diesen schließlich auch über die Facebookseite seiner Metzgerei – mit einem Augenzwinkern und dem Aufruf, sich bei der Metzgerei Krammer zu bewerben – schließlich wolle man nicht, “dass der Chef auf falsche Gedanken komme”.

Und das kommt auch bei den Facebook-Fans gut an:

Was mir an diesem Beispiel so besonders gut gefällt ist die Tatsache, dass soziale Netzwerke hier (endlich) mal wieder richtig verstanden wurden. Es geht nicht darum, das schönste Visual oder den lustigsten Text zu haben. Meist wirkt das dann sogar schon wieder etwas übertrieben. wie dieses Beispiel einer Plakatkampagne, die versucht, sich der Jugendsprache zu bedienen mit Anlehnung an “Leider geil”:

Social Media im Personalmarketing: So nicht.

Es geht um Kommunikation. Und hier möchte ich in den Blogbeitrag am liebsten Ton einfügen und (bitte hier eine leicht entrüstete und appellierende Stimmlage einfügen) sagen: “Mensch, Leute! Beschäftigt euch doch mal ein klein bisschen mit sozialen Netzwerken und fangt an zu verstehen, dass es hier einzig und allein um den Dialog und die Kommunikation mit- und untereinander geht. Und dann zieht euren Schluss draus und richtet euer (Personal-)Marketing genau darauf aus: Kommunikation und Netzwerk.”

Ansage Ende. 😉

Bildquelle ALDI Nord: @jakob_osman (Twitter)
Bildquelle Beitragsbild: Designed by Onlyyouqj

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