Den Personalmarketing Trends auf der Spur: What’s in my Bag? – mit Personalmarketing Innovator Marcel Rütten

Wer kennt es nicht, das auf YouTube beliebte „What’s in my bag“ Format. Wo sonst Beauty-YouTuberinnen ihre Handyhüllen und Kosmetiksammlung vorstellen, haben wir uns etwas ganz besonders überlegt. Was hat eigentlich Marcel Rütten, Personalmarketing Innovator 2017 im Gepäck um immer wieder auf Personalmarketing Trends zu stoßen und Maßnahmen für sein Unternehmen zu finden? Heute lässt er uns in seine Tasche schauen 🙂

Marcel, sag uns doch: What’s in your bag? Was hast du als Personalmarketing Innovator immer dabei?

Personalmarketing Trends: Marcel Retten und seine Handtasche

Mein Smartphone: Ohne mein Smartphone geht tatsächlich gar nichts! Ich habe meinen Arbeitsalltag so organisiert, dass ich auf nahezu alle Daten, die ich benötige über das Internet zugreifen kann. Sowohl allgemeine Anwendungen wie geschäftliche E-Mails und mein Kalender aber auch spezielle HR-Anwendungen wie das ATS, Talent Management System, Webtracking oder Tools zu Stellenbewertungen oder zur Messung des Cultural Fits stehen mir entweder als SaaS-Lösung über einen Browser oder als native App zur Verfügung. Ich arbeite die meiste Zeit natürlich noch mit dem Laptop. Ich merke jedoch zunehmend, wie das Smartphone vielfach meinen Laptop ersetzt

Meine Visitenkarten: Ich bin ein leidenschaftlicher Verfechter für die stärkere und vor allem unternehmensübergreifende Vernetzung von HR. Denn ich bin der festen Überzeugung, dass dadurch unglaubliche Lerneffekte freigesetzt werden.

Meine BahnCard: Ich bin viel unterwegs – auf der Suche nach neuen Trends und Entwicklungen in HR. Daher ist die BahnCard 50 mein ständiger Wegbegleiter. Sie steht also stellvertretend dafür, öfter mal den Blick über den eigenen (Arbeitgeber-) Tellerrand zu wagen

Eine Kamera: Natürlich trage ich nicht jeden Tag eine Spiegelreflexkamera mit mir herum, aber innovatives Personalmarketing braucht eine prägnante Arbeitgebermarke und dafür sind eindrucksvolle Fotos und Videos essentiell

Meine Kopfhörer: Ich gehe tatsächlich niemals ohne Kopfhörer aus dem Haus. Musik ist für mich ein perfektes Mittel, um abzuschalten, Energie zu tanken und die Zeit in öffentlichen Verkehrsmitteln sinnvoll zu nutzen.

Meinen Token: In Kombination mit meinem Laptop ist das der Schlüssel zu meiner persönlichen Work-Life-Balance (sagt man das überhaupt noch?).

Womit hältst du deine Ideen fest und wie strukturierst du diese?

Für kleine Inspirationen, nutze ich die Bordmittel auf meinem Smartphone, wie Notizen und Erinnerungen oder mache ein Foto von Dingen, die mich inspirieren. Wenn es mehr ist und ich meine Gedanken ausführlicher formulieren möchte, dann lege ich mir mobil ein Dokument in meiner Dropbox ab und arbeite sie nach und nach weiter aus. Spannende neue Tools probiere ich nach Möglichkeit sofort aus und verwerfe es wieder, falls es mich nach dem Test nicht anspricht.

Welche App benutzt du am liebsten im Personalmarketing?

Oh, da gibt es viele! Bevor ich sie dir alle aufzähle, gewähre ich dir lieber einen Einblick, wie es auf meinem Smartphone aussieht. Im Grunde genommen ist es ein Potpourri aus Apps der Kategorien Information, Kollaboration, Produktivität, Social Media, Stellenbörsen sowie Reisen & Events. Das ist ehrlicherweise auch nur ein kleiner Ausschnitt. Wem diese Auswahl Appetit auf mehr macht, dem empfehle ich den Blog-Artikel von Christoph Athanas zum digitalen HR MacGyver, den er Anfang des Jahres veröffentlicht hat. Die Abenteuerlustigen und Entdeckungsfreudigen unter den HRlern kommen dort auf jeden Fall auf ihre Kosten.

Welche App/Welches Tool benutzt du am liebsten fürs Tracking/ Controlling deiner Aktivitäten?

Für mich ist Excel immer noch das Maß aller Dinge, um individuelle Reports anzulegen. Es gibt mittlerweile aber auch tolle Online-Tools wie function(HR), die spezielle HR Reportings auf sehr smarte Art und Weise darstellen können. Für die Analysen der Karriereseite und des Bewerberverhaltens nutze ich gleich mehrere Tools: Google Analytics kommt bei mir zum Einsatz, um alle Bewegungen auf der Homepage und im ATS zu tracken. Zusätzlich nutze ich das Umfrage-Tool Typeform, um ein erstes und schnelles Feedback von Bewerbern zur Candidate Experience zu erhalten. Außerdem liefert mir das ATS ebenfalls Analysemöglichkeiten. Für das Monitoring der Employer Brand habe ich seit diesem Jahr das Social Media Listening Tool Talkwalker neu im Einsatz, das mir einen wöchentlichen Alert liefert. Damit habe ich die Möglichkeit alle Erwähnungen und Online-Unterhaltungen in allen denkbaren sozialen Netzwerken, Foren, Blogs, Bewertungsportalen, etc. sowie Interaktionen wie Likes, Posts, (Re-)Tweets, Shares usw., zu finden, die für meine Arbeitgebermarke relevant sind. Wie das Ganze im Detail funktioniert, kannst du dir gerne in meinem Blog-Artikel nachlesen.

Welche Fragestellung hast du immer im Gepäck?

Welche Trends gibt es, die die Effizienz und Wirkung meiner Arbeit oder die Arbeit meiner Kollegen steigern? Wie kann ich gute Ideen aus anderen Bereichen oder Märkten ins Recruiting oder Employer Branding übersetzen? Ein Beispiel: Du kennst doch sicherlich den Amazon Dash Button?! Das ist ein mit WLAN verbundenes Gerät, das im Haushalt platziert wird und mit dem ich mein Lieblingsprodukt per Knopfdruck nachbestellen kann.  Wie wäre es also, wenn ich ein ähnliches Gagdet an meinem Point of Sale einsetze? Kandidaten scannen erst ihre Kundenkarte und übermitteln dann per Knopfdruck ihre Interessensbekundung oder Bewerbung. Ob das funktioniert, kann ich nicht versprechen. Das müsste man einfach mal testen. Was ich deutlich machen möchte, ist, dass man gute Ideen für die eigenen Fragestellungen weiterspinnen sollte.

Welche Tipps kannst du anderen Employer Brand Managern, Recruitern und Interessierten mitgeben?

Keine Berührungsängste vor neuen Tools und Methoden: Ich probiere ständig neue Tools oder Apps aus oder beobachte andere Herangehensweisen, um komplexe Probleme zu lösen. Dann schaue ich, ob sie mir für das Recruiting oder Employer Branding einen Mehrwert bieten. Das Angebot ist zwar unüberschaubar groß, aber gerade bei den Themen Arbeitsorganisation und Kollaboration gibt es extrem viele spannende Anwendungen, die den Arbeitsalltag erleichtern und die bilaterale Kommunikation in Teams fördern. Ein weiterer Tipp ist es, den Datenschutz nicht zu vergessen! Wobei – das ist weniger ein Tipp, sondern mehr ein gut gemeinter Hinweis. Bei all den glänzenden Tools, muss das Thema Datenschutz zwingend berücksichtigt werden. Spätestens ab Mai 2018 könnte es teuer werden, nämlich dann, wenn die EU-Datenschutzgrundverordnung (EU-DSGVO) anwendbar wird.

Lieber Marcel, wir danken dir für den Blick in deine Tasche und begeben uns weiter auf die Suche nach neuen Personalmarketing Trends um den Fachkräftemangel gemeinsam aufzuhalten  🙂

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.