Ein Festival für Personaler – Das war die #HUG2019

Wenn ich von der #HUG2019 eine Sache mitgenommen habe, dann, dass es HR auf jeden Fall gut tut, weiter über den Tellerrand zu schauen und kreativer zu werden. Nicht nur in der Kommunikation – auch was (agile) Arbeitsmethoden, die Gestaltung von Prozessen und das interne Employer Branding angeht. Wieder einmal habe ich festgestellt, wie festgefahren vor allem das Personalmarketing oft ist, wenn man sich als Personaler und Verantwortlicher nicht darum bemüht, öfter mal einen anderen Blickwinkel auf das eigene Thema zu bekommen. Und das habe ich festgestellt, obwohl ich – Zitat Marcel von HR4Good – ja “gar keine richtig echte Personalerin” bin. 😉

Das stimmt – aber nur je nachdem aus welchem Blickwinkel heraus man es betrachtet. Auf meiner Visitenkarte steht “Social Media Manager”. Und das ist auch der Bereich, in und an dem ich in meiner Arbeitszeit bei Staffbase arbeite. Aber das ist ja nicht alles, was mich und mein fachliches Interesse ausmachen. In meiner Brust schlagen nun mal zwei Herzen: Eins für die sozialen Netzwerke und die unendlichen Möglichkeiten dieser. Und eines für das Thema Arbeit im Allgemeinen – im Speziellen vor allem dafür, dass Unternehmen lernen, sich für Kandidaten und Bewerber attraktiv zu positionieren. Und weil man sich als Arbeitnehmer eben meistens doch fachlich ein wenig spezialisieren muss, steht auf meiner Visitenkarte eben nicht HR oder Personaler. Aber darum blogge ich ja auch und habe so die Möglichkeit, diese Seite meiner Interessen auszuleben und vielleicht auch etwas mitzugestalten.

#HUG2019
Das Riesenrad war ein guter Ort zum Networken.

Vielleicht kann ich mich deswegen nicht als Personaler per se bezeichnen – aber ich komme thematisch trotzdem ganz gut mit 😉 So habe ich auf der #HUG2019 viele tolle Gespräche mit bekannten Gesichtern aus der HR Szene (Persoblogger, HR4Good, HRisnotacrime) führen dürfen. Sondern nebenher in diversen Workshops auch an Diskussionen mit den HRlern und Personalern führen können, die jeden Tag an der Front für ihr Unternehmen kämpfen. Und das ist eins der drei Dinge, die ich von der HR Konferenz, organisiert von Personio, mitgenommen habe: Viel Austausch und Netzwerk. Die Location und auch das Programm gaben viel Raum dafür, sich zwischendurch – bei Kaffee & Smoothie – hinzusetzen und gemeinsam zu diskutieren. Das hat mir gut gefallen – kommt diese Komponente auf den vollen Agenden anderer Veranstaltungen doch oft zu kurz.

Auch den Ansatz, aus dieser Konferenz fast schon ein “HR Festival” zu machen – inklusive Food Trucks und Riesenrad – fand ich schön.

Erfrischendes Programm auf der #HUG2019

Was mir aber ganz besonders hängen geblieben ist, ist das Programm, dass hier auf die Beine gestellt wurde. Besucher von HR Konferenzen und Veranstaltungen wissen es – oft sind es immer dieselben Unternehmen, die sich und ihre Cases vorstellen. Nicht so auf der #HUG2019. Hier gab es erfrischende Einblicke in Startups wie HelloFresh oder MyMuesli – und das auch mal mit spannenden Themen, wie z.B. welche Wachstumsschmerzen ein StartUp haben kann, wenn es aus dem StartUp-Level herauswächst. Auch das Thema Agilität und New Work ist präsenter geworden – vielleicht das auch ein wenig, weil Personio selbst als Software-Unternehmen da ganz vorne mit dabei ist, wer weiß. 😉 Insgesamt fand ich aber, dass diese StartUp-Prägung der Programmplanung wirklich gut getan hat.

Highlights waren im Programm für mich zwei Workshops: Gesine Schulz von der Berliner Werbeagentur DOJO hat mitgenommen in die Welt des Improvisationstheaters. Super spannender Ansatz, der sich gut in die Arbeitswelt übertragen lässt – nicht nur für HRler. Es geht vor allem darum, aus der eigenen Komfortzone zu entkommen, offener zu werden, sich über die eigene Körpersprache und deren Wirkung bewusst zu werden und über verschiedene Teamkonstellationen und Rollenverständnisse nachzudenken. Es hat zwar etwas seltsames, in einem Kreis mit 30 unbekannten Menschen zu stehen und sich gegenseitig Worte wie “tschakka, tschakka” oder “glubschi, glubschi” entgegen zu rufen – aber es ist spannend zu beobachten, wie schnell eine Gruppendynamik mit solch kleinen Spielen entstehen kann.

LEGO Serious Play Workshop
LEGO Serious Play

Der zweite Workshop zum Thema LEGO Serious Play mit Thorsten Wunderlich war für mich ein bisschen wie eine Offenbarung. Als sehr kreativer Mensch habe ich oft Chaos im Kopf und das Problem, dass ich all die guten Gedanken schwer vermitteln und ausdrücken kann.

Mit ein paar wenigen Legosteinen hat uns Thorsten gezeigt, wie man sich im Team so eine ganz neue Art und Weise der Kommunikation erarbeiten kann. Ganz nach dem Motto: “Wer mit den Händen baut, baut im Geiste.” Was ungefähr bedeutet, dass man oft Dinge mit Worten schlechter ausdrücken kann, als man sie im Kopf hat. Wenn man dagegen beginnt, Dinge, Konzepte oder Eigenschaften mit Legosteinen kreativ ausdrücken zu müssen, ordnet man seine Gedanken im Kopf und hat gleichzeitig eine ganze neue Ausdrucksform. Für mich bestimmt nicht das letzte Mal, dass die Steine zum Einsatz kamen – auch bestimmt mal eine spannende Sache für Bewerbungsgespräche. Lass doch mal einen Kandidaten seine größten Stärken mit Legosteinen “Bauen”. ich stelle mir das sehr interessant vor.

Die #HUG2019 ist als eintägige Konferenz für HRler eine spannende Veranstaltung, die Austausch, Inspiration und Einblicke in diverse Unternehmen versprach – und das hat sie auch eingehalten.

Das als kurzes Fazit eines sehr kurzweiligen Tages. Ich bin sehr gespannt, was im kommenden Jahr bei der Fortsetzung passieren wird.

2 thoughts on “Ein Festival für Personaler – Das war die #HUG2019”

  1. Liebe Maren,

    auch wenn du keine „richtig echte Personalerin“ bist, hast du natürlich meine volle Hochachtung und weißt, dass ich dich und deine Arbeit sehr schätze – vor allem auch deswegen, weil du mit diesem Blog (gemeinsam mit Melanie) mehr als die meisten Personaler zur Professionalisierung von HR beiträgst. 🙂

    Herzliche Grüße
    Marcel

    1. Das weiß ich doch Marcel, und die Wertschätzung klebt mittlerweile auch in Form eines kleinlauten Logos an meinem PC 😉 dennoch fand ich den Kommentar spannend und ich mag sehr gerne, dass die beruflichen Hintergründe in der HR so vielfältig sind!

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