Redaktionsplanung im Personalmarketing

Als kleines Kind habe ich es gehasst zum Zahnarzt zu gehen. Das wusste er – deswegen habe ich nach jedem Besuch einmal in die „bunte Schublade“ greifen dürfen, in der es unzählige kleine Überraschungen zum Mitnehmen gab. Keine Ahnung, wie er das gemacht hat, aber jedes Mal war etwas Neues dabei! Ungefähr genauso verhält es sich mit der Redaktionsplanung für Social Media. Alles was man braucht ist ein buntes Sammelsurium (was für ein schönes, verloren gegangenes Wort!) an Themen, die man zum richtigen Zeitpunkt aus der Schublade zaubern kann.

Nachdem Henner vergangene Woche einen tollen und ausführlichen Beitrag zum Content-Marketing im Personalmarketing geschrieben hat, dachten wir uns: Gehen wir doch etwas mehr ins Detail und damit der Frage nach: Wie funktioniert eigentlich Redaktionsplanung?

Kleines 1×1 der Redaktionsplanung: Die Story steckt immer im Detail!

Das A und O der Redaktionsplanung ist immer das Fachwissen im entsprechenden Bereich. In diesem Fall beziehen wir uns auf das Personalmarketing. Wie der azubi.report 2017 von Ausbildung.de belegt, entscheidet sich der Durchschnittsazubi aus Interesse am Unternehmen für seine Wahl-Ausbildung. Und dieses Interesse gilt es zu wecken. Mit echten Argumenten für dein Unternehmen – und diese müssen überzeugend verpackt werden. Für uns Personaler bedeutet das: Wir müssen das Unternehmen bis ins kleinste Detail kennen. Das geht weit über die (Ausbildungs-)Berufsbilder hinaus – es geht um die Geschichten, die im Unternehmen stecken. Die Mitarbeiter, ihre Projekte und Ideen.

Von Henner haben wir gelernt, dass es im “Content-Marketing darum geht, mit interessanten Geschichten einen (idealerweise) unterhaltenden Mehrwert zu schaffen (themen- und bedürfnisorientiert eben) und den Kandidaten zur Bewerbung zu überzeugen”.

Das kann die Geschichte über den Azubi, der sich für ein Nachhaltigkeitsprojekt engagiert oder den Mitarbeiter, der bereits seine Lehre im Unternehmen gemacht hat und heute seit 30 Jahren dabei ist sein – diese Geschichten sind Gold wert in der Redaktionsplanung.

Hier kommen wir zum ersten To Do: Finde diese Geschichten!

Ordnung ist die halbe Redaktionsplanung!

Sind diese Geschichten gefunden, gilt es sie zu ordnen und in kleine Pakete zu verpacken. Denn nichts ist für die Zielgruppe anstrengender, als Content, der scheinbar planlos und willkürlich gestreut wird. Wir empfehlen einen Redaktionsplan anzulegen. Dieser hilft Inhalte für die eigene Website und Social Media strategisch zu planen und die eigene Content-Strategie umzusetzen.

Bestenfalls ist dieser so strukturiert, dass er beim ersten Blick direkt die Antworten auf folgende Frage gibt:

Welches Team-Mitglied wird wann den Content zu welchem Thema auf welchen Kanälen veröffentlichen?

Ein solches Dokument macht natürlich nur Sinn, wenn es tagesaktuell gepflegt wird. Natürlich stellt sich hier oft die Frage nach dem zeitlichen Aufwand, aber wir können aus Erfahrung sagen: Einmal aufgesetzt und gepflegt ist der Redaktionsplan aus dem Arbeitsalltag nicht mehr wegzudenken. Diese Inhalte sollten nicht fehlen:

  • Datum der Veröffentlichung (ggf. Uhrzeit)
  • Anlass für den Beitrag (z.B. “Tag der Ausbildung”)
  • Thema des Beitrags (z.B. “Welche Ausbildungen wir anbieten”)
  • Link zum Ablageort der Grafik / des Videos (je nach Beitragsart)
  • Link auf die Website (falls notwendig)
  • Autor
  • Kanal

Scompler_Redaktionskalender_zur_RedaktionsplanungZur Umsetzung des Redaktionsplans eignen sich beispielsweise Tools wie Scompler oder dirico.io – oder ein einfaches Excel-dokument, beispielsweise als Spreadsheet von Google, sodass mehrere Personen gleichzeitig im Dokument arbeiten können.

Und jetzt mal ganz praktisch: Wie plane ich mit einem Redaktionsplan?

Hier kann es helfen, sich an aktuellen Anlässen zu orientieren. Diese findet man beispielsweise über den “Kleinen Kalender”. Dort finden sich alle Thementage und Anlässe für jeden Tag im Jahr – für dieses Beispiel bedienen wir uns mal dem “Tag der verlorenen Socke” am 9. Mai.

Stellen wir uns kurz vor, wir wären im Personalmarketing für einen Textileinzelhändler tätig. Dann könnten wir diesen Tag wie folgt nutzen: Wir machen daraus einen Beitrag zum Thema “Expertentipps gegen den Sockenschwund in der Waschmaschine” – natürlich mit einem Augenzwinkern. Dafür lassen wir einen Mitarbeiter zu Wort kommen. Auf diese Art schlagen wir zwei Fliegen mit einer Klappe: Wir generieren Content, der dem Fan / User weiterhilft und wir geben einen Einblick ins Unternehmen, indem einer unserer Mitarbeiter der Mittelpunkt des Beitrags wird.

Wenn man einen Schritt weitergehen möchte, könnte man auch überlegen, das Thema für unterschiedliche Kanäle aufzubereiten: Ein kurzer Text mit einem O-Ton des Mitarbeiters und einem Foto für Facebook, ein Kurz-Interview als Video für den YouTube-Kanal und ein Blogbeitrag, der alles zusammenfasst für den Unternehmensblog. Et voilá – ein Thema, alle Kanäle.

Eine Beispielvorlage zum Download haben wir hier für euch vorbereitet. Wir freuen uns über Feedback – auch zu euren Erfahrungen in der Redaktionsplanung.


Bildquelle: http://scompler.com/features/

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