Let’s hide – dann gibt es auch keine Kritik

In der vergangenen Woche bin ich auf eine Aussage getroffen, die ich so lange nicht gehört habe. Ich dachte fast mit diesem Vorurteil sei aufgeräumt. Aber scheinbar ist es so nicht. Worum es geht? Es war diese Aussage, die mich hat aufhören lassen: „Ich sehe unsere Firma auf Facebook nicht. Dann bekommen wir nur negative Kommentare.“  Sollte man also lieber keinen Social Media Auftritt für Arbeitgeber machen?

Heißt kein Social Media Auftritt auch keine Kritik?

Ganz klar: Nein! Wer als Arbeitgeber Kritik fürchtet, weil vielleicht nicht immer alles rund läuft, bekommt diese ohnehin zu spüren. Jemand der sich im Unrecht fühlt wird sich ein Ventil suchen, sei es im Freundes- oder Bekanntenkreis, auf Arbeitgeberbewertungsplattformen oder auf Social Media. Was natürlich stimmt ist, dass die Reichweite auf Social Media schnell mal größer werden kann, als die der Freunde, aber auch diese ist tatsächlich nicht zu unterschätzen.

Aber dann braucht man das zusätzliche Ventil über Social Media auch nicht zu schaffen

..oder doch? Den Vorteil, den du in sozialen Netzwerken hast ist, dass du direkt reagieren kannst – und das in vielerlei Hinsicht. Schließlich möchte keiner, dass hinter dem eigenen Rücken gelästert wird. So ist es auch mit Kritik in Netzwerken.

Als Arbeitgeber kann ich diese also hören und im besten Fall aktiv aufnehmen und das Problem abstellen. Damit ist oft nicht nur einzelnen geholfen, denn sicherlich haben sich auch andere Beschäftigte schon einmal darüber geärgert. Und so kann aus Kritik in Netzwerken ganz schnell ein Mittel zur Mitarbeiterbindung werden.

Was du aber auch tun kannst, wenn die Kritik unberechtigt ist: Du kannst Stellung beziehen. Diese Chance hat man als Arbeitgeber, wenn am Kaffeetisch oder an der Bar geschimpft wird, nicht. So kannst du anderen Lesern zeigen, wie im Unternehmen mit Kritik umgegangen wird. Denn der Umgang mit Kritik und Fehlern spricht sehr für eine Unternehmenskultur.

Unser Tipp für den Umgang mit Kritik im Netz

Für Kritik offen zu sein bedeutet natürlich trotzdem nicht, dass man sie zu locker nimmt und sich nicht darauf vorbereiten sollte. Unser Tipp an dieser Stelle: Besprich dich mit deiner Unternehmenskommunikation. Gemeinsam könnt ihr Szenarien und Sprachregelungen erarbeiten, die dann im Ernstfall schon vorliegen. Es hilft auch, einen kleinen “Notfall-Plan” zu entwerfen – zum Beispiel in Form eines Nachrichten-Prozesses: An wen gehen die kritischen Nachrichten zuerst, wer prüft sie, wer reagiert darauf? Wenn im Vorhinein schon festgelegt wurde, wie man mit unterschiedlichen Formen von Kritik umgehen wird, ist der “Ernstfall” schließlich gar nicht mehr so schlimm.

Das sollte aber nicht alles sein, denn schließlich muss man es nicht so weit kommen lassen. Denn kein Unternehmen möchte im Netz kleine Hassreden und negative Kommentare lesen. Man sollte gerade deshalb seine Hausaufgaben machen, bei sich aufräumen, Ärgernisse bestenfalls abstellen und nur versprechen, was man wirklich halten kann. Aber egal, ob du dich für deinen Arbeitgeber entscheidest in sozialen Netzwerken präsent zu sein oder nicht, deine Zielgruppe ist oftmals schon da. Was also bleibt, ist die Tatsache mit eben dieser Kritik umzugehen und dafür sorgen, dass es auch viel Positives zu berichten gibt. Und ich bin mir sicher, dass gibt es – oder warum arbeitest du in deinem Unternehmen? 😉

 

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