HR Excellence Awards 2016 – die Perspektive eines Jury-Mitglieds

Anfang Dezember war es wieder soweit: Die beliebten und bekannten HR Excellence Awards 2016 (HREA) wurden in Berlin verliehen. Dieses Jahr durfte ich die Perspektive wechseln, denn ich war eingeladen Mitglied der Jury zu sein. Die Juryarbeit endete natürlich in der glamourösen Abendveranstaltung, aber beginnen wir ganz vorne, dem weniger glamourösen Anfang: Der Vorauswahl.

Zu allererst heißt es Screenen und Bewerten der Einreichungen. Alle Jurymitglieder werden für ein Onlineportal freigeschaltet, in dem die Bewerbungen hinterlegt sind. Jedem Jurymitglied sind Kategorien zugeordnet, mit der Bitte diese zu bewerten. Natürlich kann man auch darüber hinaus weitere Kategorien bewerten. Aber hier heißt es: Ganz oder gar nicht. Ich darf mir also keine einzelnen Projekte aussuchen und diese bepunkten, sondern muss die ganze Kategorie screenen und jede Einreichung nach fünf Kriterien bewerten und diese Bewertung begründen. Die Kriterien sind Innovation, Strategie, Erfolg, Wirksamkeit und Umsetzung. Dies war keinesfalls schnell gemacht, denn man möchte jeder einzelnen Einreichung gerecht werden. Also kämpfte ich mich durch PowerPoint Präsentationen, Dokumente und freute mich vereinzelt immer wieder über Filme. Oh ja…hierfür ging tatsächlich mehr als ein Urlaubstag und Wochenende drauf, aber das war es wert. Es ist inspirierend zu sehen, mit wieviel Leidenschaft Unternehmen ihre HR Themen weiterentwickeln, voranbringen und zielgerichtet zum Erfolg führen. Aus diesem Vorentscheid aller Jurymitglieder wurden also die Nominierten ausgewählt. Alle Nominierten wurden Anfang Dezember nach Berlin zur Jurysitzung eingeladen und durften dort ihr Projekt präsentieren.

Für mich startete der Tag um 8 Uhr mit der offiziellen Juryansprache. Die Stimmung war gut und man merkte, dass sich die Jurymitglieder – viele schon von Beginn an dabei – auf den Tag freuten. Es hatte ein bisschen die Atmosphäre eines Klassentreffens und pünktlich um 8.30 Uhr verschlossen sich alle Türen und es wurde ruhig auf den Gängen. Die Sitzung begann und ein langer Tag lag vor uns. Ab jetzt war alles eng getaktet: Jedes Unternehmen hatte eine Minute Zeit für den Aufbau, acht Minuten für die Präsentation und durfte danach weitere acht Minuten Fragen beantworten. Eine Raumbetreuerin achtete streng auf die Uhrzeit und managte den reibungslosen Ablauf. Danach hieß es: Diskussion der Jury, Abstimmung und Nächster.

Weil es bestimmt die meisten interessiert, möchte ich auf das Thema Abstimmung besonders eingehen. Zu allererst: Nein, wir mussten uns als Jury nicht einig sein. Jeder hatte einen Laptop vor sich und konnte hier in den zugeordneten Kategorien abstimmen: Drei Punkte für die beste Präsentation, zwei Punkte für die zweitbeste, einen Punkt für die, die am wenigsten überzeugen konnte. Klingt simpel, ist es im Prinzip auch. Aber natürlich dürfen auch hier die fünf relevanten Kriterien nicht aus den Augen verloren werden: Wie wirksam ist die Maßnahme? Passt sie zur Unternehmensstrategie? Und auch wenn es simpel klingt, ist es doch oft nicht einfach. Und über allem steht die Frage: Ist dies ein nachhaltiges Projekt, dass HR grundlegend weiterbringt? Immer wieder war es ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit wirklich tollen Ansätzen und Projekten. Es gab aber auch Kategorien, wo es schwer war den besten zu ermitteln. Ist das Projekt tatsächlich eines Awards würdig? Was für ein Unternehmen ein Riesenschritt ist, ist für ein anderes Unternehmen nur die Basis. Das muss natürlich ins Verhältnis gesetzt werden.

Wie lief die Diskussion ab? Auch diese Frage wurde mir oft gestellt. Und ja, wir diskutierten tatsächlich nach jeder einzelnen Vorstellung, auch nachmittags, auch als es schon dunkel draußen war und auch als der Abend anbrach. Manchmal tauchten in der Diskussion noch Fragen auf, manchmal war die Entscheidung für alle klar und manchmal gingen auch nach der Diskussion die Meinungen auseinander.

Für mich war dieser Tag aber aus zwei Gründen spannend: Denn ich war nicht nur Teil der Jury des HREA, sondern durfte selbst auch ein Projekt präsentieren. Hier wurde ich aus einer Kategorie komplett rausgeplant, verließ den Raum und schlüpfte in die Rolle meines Unternehmens. Wie das ablief, schildert Maren, denn sie war an diesem Tag das erste Mal als Präsentierende für den Award dabei.

Die Jury des HR Excellence Awards 2016

HREA HR Excellence Awards 2016 (Quelle: https://www.hr-excellence-awards.de/)

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