Social Media Etikette – 5 Dos and Don‘ts für Ausbilder und Arbeitgeberseiten

Im Umgang mit sozialen Netzwerken und dem Dialog mit den jeweiligen Fans stellen sich viele Arbeitgeber Fragen. Einige davon möchten wir gern in dieser kleinen Social Media Etikette speziell für Arbeitgeberseiten und -profile beantworten.

Soll ich eigentlich jeden Kommentar kommentieren?

Nein, das brauchst du nicht. Jedoch ist jeder Kommentar eines Users wertvoll. Jemand hat sich die Zeit genommen etwas zu formulieren und dir – als Inhaber einer Unternehmensseite – mitzuteilen. Das bedarf Wertschätzung. Willst du einen einzelnen Fan ansprechen, dann antworte ihm direkt über die Funktion „Antworten“ unter dem Kommentar. Natürlich kann auch das @-Zeichen genutzt werden, allerdings können nicht alle Fans verlinkt werden – das hängt von der Privatsphäre-Einstellung und dem Netzwerk ab. Diese direkte Ansprache ist nicht nur persönlicher, sondern dem Nutzer wird dies auch in seinem Feed angezeigt.

Bedenke immer: „Social Media“ trägt seinen Namen nicht umsonst. Der Monolog ist zum Dialog geworden. Nutzer, Verbraucher und eben auch potentielle Kollegen kommunizieren direkt mit dem Unternehmen. Wertschätze daher die Kommentare, Fragen und Äußerungen auf deiner Karriereseite, sei es auch nur mit dem klassischen „Daumen hoch“.

 

Was mache ich mit negativen Kommentaren?

Auch negative Kommentare haben ihre Berechtigung, so lange sie konstruktiv sind. Sobald es beispielsweise sexistisch, rassistisch oder beleidigend einzelner Personen gegenüber wird, empfehlen wir die Kommentare umgehend zu verbergen und dazu auch einen Kommentar mit einer Stellungnahme zu posten. Beispielsweise in die Richtung:

„Liebe/r XY, wir dulden weder sexistische, rassistische noch negative Kommentare und haben deinen Beitrag daher verborgen.“

Hier empfiehlt sich auch der Hinweis auf die eigene Nettiquette, in der das gedultete Verhalten auf dem eigenen Profil beschrieben wird. Die Person direkt zu blockieren empfehlen wir nicht – zum einen, weil es ihn anheizen könnte seinem Ärger über ein Fakeprofil erneut Luft zu machen und zum anderen, weil er so die Chance hat, seinen Kommentar zu überdenken.

Alles andere jedoch solltest du stehen lassen und in den Dialog einsteigen. Die Unternehmenskommunikation hilft hier sicherlich gern weiter und kann mit Tipps und Sprachregelungen helfen die Diskussion zu lenken. Mein persönlicher Tipp: Versuche aus jeder Beschwerde einen positiven Beitrag zu machen, indem individuelle Lösungen und Optionen aufgezeigt werden.

 

Wie schnell sollte ich antworten?

Kommentare können und sollten in Echtzeit beantwortet werden. Je schneller du hier bist, desto effektiver ist es. Eine schnelle Antwort sollte jedoch nicht vor die Qualität gehen. Ab und an bedeutet eine Frage auch einen gewissen Klärungsaufwand – hier empfehlen wir, die Person zunächst wissen zu lassen, dass seine Frage / sein Kommentar gelesen wurde und dass du dich zurückmeldest, sobald du mehr in Erfahrung bringen konntest. Auf diese Weise weiß der Fan, dass du dich kümmerst und wartet nicht in Ungewissheit.

 

Darf ich meinen Azubis und Mitarbeitern auf Facebook, Twitter und Co eigentlich eine Freundschaftsanfrage senden, bzw. sollte ich diese annehmen?

Für Arbeitgeberseiten und –profile stellt sich diese Frage in der Regel nicht. Das macht oftmals wenig Sinn.

Als Nutzer sozialer Medien, der du jedoch auch privat bist, kommt diese Frage oft auf. Die Frage ist nicht einfach pauschal zu beantworten. Es hängt von der Branche, aber auch der Hierarchieebene ab. Kein Problem ist dies in der Regel bei Business Netzwerken wie XING oder LinkedIn, wenn man aber Mitarbeiter in einem eher privaten Umfeld wie Facebook sucht und added, wird es schon schwieriger. Höre hier auf dein professionelles Bauchgefühl und auch wie privat oder eher weniger privat deine Mitarbeiter das Netzwerk nutzen. Ist beispielsweise ein Profil geschützt und es gibt nur wenige Kontakte, ist dies wahrscheinlich von ihrem Mitarbeiter und Azubi nicht gewollt.

Übrigens: Marens Stellungnahme und die weiterer HR‘ler dazu im HR Manager Magazin könnt ihr hier  nachlesen.

 

Soll ich duzen oder siezen?

Eine Frage, die einen eigenen Blogbeitrag verdient 😉 Wir duzen in diesem Blog ganz selbstverständlich. Aber wie ist das bei Arbeitgeberseiten? Diese Frage wird oft gestellt und kontrovers diskutiert.

Ist es beispielsweise ok einen Azubi in der Azubiwerbung zu duzen und dann im Bewerbungsgespräch zu siezen? Meine ganz persönliche Meinung: JA! In der Werbung und auch auf Arbeitgeberprofilen möchtest du Aufmerksamkeit für dein Unternehmen, die Jobs und Möglichkeiten. Ein „Du“ baut Distanzen ab und macht nahbarer. Sobald der Interessent jedoch zum Kandidaten wird – nämlich indem er seine Bewerbung einreicht – ist es auch ok die Ansprache auf „Sie“ zu ändern. Wichtig ist hier dennoch eine klare Linie zu haben. Wer sich in der Ansprache jung und flippig gibt und den Kandidaten dann durch einen sperrigen Auswahlprozess schleust, der nicht zum externen Auftritt passt, wird diesen wieder verlieren. Die Ansprache sollte also zur Branche, zum Arbeitgeber und der sonstigen Kommunikation passen. Und das von Beginn an!

Wir hoffen, die Social Media Etikette hat geholfen. Welche Frage haben wir vergessen? Schreib sie uns gern in die Kommentare.

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