Poltergeist – oder „Das Zettelchen-Schreiben der Digital Natives“

Vor zwei Wochen war ich in Berlin auf dem Community Camp – dem Barcamp für Social Media Experten. Diese Art von Event – wir nennen sie auch gerne „Unkonferenz“ – ist nicht nur eine geniale Möglichkeit zu Netzwerken, sondern auch um neue Trends und Entwicklungen kennen zu lernen.

So wie beispielsweise die App „Poltergeist“. Entstanden aus der Idee einen Messenger zu entwickeln, in dem sich Nachrichten verschlüsselt versenden lassen – die Verschlüsselung von Textnachrichten erfolgt in Form von Emojis. So erscheint, beim Erhalten einer Nachricht, im Sperrbildschirm eine willkürliche Sammlung von Emojis. Das kann dann so aussehen:

Poltergeist

Nun fragt man sich als bald: „Wozu das Ganze?“ In Zeiten von Messenger-Diensten wie Snapchat und Telegram, in welchen sich Nachrichten bereits mit einem Zeitstempel versehen lassen, sodass sie nach dem lesen gelöscht werden, braucht es da tatsächlich noch eine weitere App? Die Antwort ist: ja! Und zwar mit Blick auf die Zielgruppe. Die 13 bis 18-Jährigen dieser Welt nämlich sind, was neue technische Spielereien und Emojis angeht, sofort am Start. Und sie sind es auch, die man im Stream der App findet. Dort lesen sich – beim Antippen der Emojis, die sich dann in Text verwandeln – Kontaktversuche wie

„16w, blond und süß sucht Chatpartner“

oder

„15m mag Fußball – jmd Bock normal zu chatten?“

Die App funktioniert wie eine Art Chat-Forum – in einem News-Stream können Gedanken, Aufrufe und Fotos geteilt werden – die einzelnen User können dann auch privat angeschrieben werden. Ähnlich wie bei Snapchat gibt es keine Profile – das bedeutet, man kennt nur den Phantasienamen des Gegenüber und das, was er mit einem teilt.

Gegen die maximale Langeweile

Es handelt sich also nicht um ein Netzwerk, in dem man Freunde sammelt und Bekannte wiederfindet – wie beispielsweise Facebook. Es ist eher eine App, die einem über die Phase des „maximal Boredom“ hinweg hilft. Maximal what? „Maximal Boredom“ bezeichnet die Phase des Tages, in der die junge Zielgruppe gerade aus der Schule gekommen ist, Hausaufgaben erledigt hat und anschließend einen Zeitraum vorfindet, in dem keine Termine, Aufgaben, Verantwortlichkeiten vorliegen. Über diese Zeitphase soll die App hinweg helfen. So wie früher in der Schule, wenn langweilige Unterrichtsstunden mit „Zettelchenschreiben“ verbracht wurden.

Den Bogen zum Personalmarketing schlagen wir in diesem Fall über die Zielgruppe – jene Community, die sich in dieser App bewegt, ist die, die wir im Azubimarketing ansprechen wollen. Ob sich diese App dafür eignet sei mal dahin gestellt, allerdings halten wir es auch hier mit dem Credo: Du musst deine Zielgruppe kennen und wissen, wo sie sich bewegt. Und schließlich gab es auch schon Unternehmen, für die sich Tinder als Recruiting Tool entpuppt hat – also, wer weiß? 😉

Wer sich selbst mal ein Bild von der App machen möchte, kann sie hier downloaden: http://poltergeist.chat/DE/

Aber Vorsicht:

Poltergeist_App_Twitter

Bildquelle Poltergeist: http://poltergeist.chat/DE/

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