Personalmarketing

Employer Branding: Braucht man das oder kann das weg?

Der demographische Wandel ist jedem ein Begriff. Wir werden immer weniger und immer älter und doch steigt der Bedarf an Fachkräften kontinuierlich. Es reicht nicht mehr aus eine Stelle einfach auszuschreiben, vielleicht noch ein dreizehntes Monatsgehalt oben drauf zu legen und die Bewerber werden schon kommen. Heute ist es besonders der Gen Y (Generation, die im Zeitraum von etwa 1980 bis 1999 geboren ist) immer wichtiger sich mit dem Unternehmen zu identifizieren. Der Job muss Sinn machen, nachhaltig sein und den Arbeitnehmer erfüllen. Um das bloße Geldverdienen geht es vielen Arbeitnehmern heute nicht mehr.

Hier setzt das Employer Branding an. Das Unternehmen ist mehr als eine Marke – eine Arbeitgebermarke. Aber wie definiert sich Employer Branding nun? Besonders schön hat es die Deutsche Employer Branding Akademie zusammengefasst:

Employer Branding ist die identitätsbasierte, intern wie extern wirksame Entwicklung und Positionierung eines Unternehmens als glaubwürdiger und attraktiver Arbeitgeber. Kern des Employer Brandings ist immer eine die Unternehmensmarke spezifizierende oder adaptierende Arbeitgebermarkenstrategie. Entwicklung, Umsetzung und Messung dieser Strategie zielen unmittelbar auf die nachhaltige Optimierung von Mitarbeitergewinnung, Mitarbeiterbindung, Leistungsbereitschaft und Unternehmenskultur sowie die Verbesserung des Unternehmensimages. Mittelbar steigert Employer Branding außerdem Geschäftsergebnis sowie Markenwert.“ DEBA 2006, Fassung vom 14. April 2007

Die Arbeitgeberpositionierung, auch EVP (Employer Value Proposition) genannt, ist die Basis für eine glaubhafte Arbeitgebermarkenbildung und damit ein gutes und gelungenes Arbeitgebermarketing. Im Arbeitgebermarketing dreht sich alles darum die Arbeitgeberattraktivität zu steigern und das Unternehmen positiv gegenüber Mitbewerbern zu positionieren. Das Personalmarketing lässt sich in zwei Perspektiven clustern: Das interne und das externe Personalmarketing. Im externen Personalmarketing geht es hauptsächlich um Mitarbeitergewinnung durch die positive Wahrnehmung des Arbeitgebers in der Zielgruppe. Ziel ist es ausreichend Bewerbungen von Kandidaten zu bekommen, die auf das Profil und in das Unternehmen passen.

Nicht zu vernachlässigen ist jedoch auch das interne Personalmarketing. Im Vordergrund steht hier die Mitarbeiterbindung. Die eigenen Mitarbeiter sollen langfristig an das Unternehmen gebunden werden. Das senkt nicht nur Recruitingkosten, sondern auch Kosten und Ressourcen für die Einarbeitung, hält Wissen im Unternehmen und macht – und dieser Faktor ist in unserer immer digitaler werdenden Welt entscheidend – die eigenen Mitarbeiter zu Markenbotschaftern.

Und wie macht man das nun? Dabei soll unter anderem dieser Blog unterstützen, indem er inspiriert, Ideen gibt und Möglichkeiten aufzeigt. Schauen wir aber zuerst grob darauf, welche Maßnahmen im externen Personalmarketing zur Verfügung stehen.

Arbeitgeberimagekampagnen:

Arbeitgeberimagekampagnen übersetzen die EVP zielgruppengerecht. Sie sollen die Arbeitgeberpositionierung nachhaltig und möglichst langfristig im Mind-Set der Zielgruppe verankern. Was macht die Arbeit in dem Unternehmen besonders? Warum kann es ausgerechnet für mich interessant sein? Imagekampagnen sind oft aufwändig, der Erfolg ist jedoch, wenn diese gut gemacht sind, nachhaltig.

Ausbildungs- und Hochschulmarketing

Wenn wir die Fachkräfte nicht auf dem Markt finden, bilden wir sie eben selber aus. Ist das einfacher? Ganz so leicht ist es nicht, denn auch die Azubis oder Absolventen müssen gefunden werden. Hierbei unterstützt ein gutes Azubi- oder Hochschulmarketing.

Recruiting

Recruiting und Personalmarketing werden oft verwechselt oder gar synonym verwendet. Beides muss aber Hand in Hand funktionieren. Andernfalls brechen Versprechungen des Arbeitgebermarketings bereits im Recruitingprozess. Dann konnte das Unternehmen zwar die Bewerbung generieren, verliert den Kandidaten aber noch vor der Einstellung.

Recruiting ist die direkte Ansprache von Kandidaten. Bisher war das die klassische Stellenanzeige oder Jobmesse. Dies hat sich aber gewandelt. Heute sind Schlagworte wie „Active Sourcing“ oder „Social Recruiting“ in aller Munde. Und auch hier ist der Übergang zum Employer Branding fließend.

Halten wir uns aber nicht an Abgrenzungen und Definitionen auf. Das ganze Konstrukt muss auf stabilen Füßen stehen, damit die Maßnahmen ineinandergreifen und ein authentisches Bild des Arbeitgebers geschaffen wird.

Wie dies gelingen kann, will dieser Blog zeigen. Es gibt viele spannende Entwicklungen im Bereich des Employer Branding und Personalmarketings. Viele davon spielen sich online ab…in den sozialen Medien. Dieser Blog befasst sich mit diesen Entwicklungen und wertet aus, was zielführend ist. Und das immer wieder aus der Sicht eines Unternehmens. Den wir – Maren und Melanie – sind weder in einer Personalmarketingagentur beschäftigt noch bei einem der vielen Dienstleister, die heute bei der Mitarbeitergewinnung und Bindung unterstützen wollen. Wir kennen die Herausforderungen, wenn neue Trends und Medien in Unternehmen Einzug halten und versuchen, diese in eine für das Unternehmen sinnvolle Balance zu bringen. Wir hoffen, dieser Blog hilft auch euch dabei. Viel Freude beim Lesen.